Sonntagsfrühstück, 1. Dezember

Einen wunderschönen guten Morgen!

Er gehört zur Vorweihnachtszeit wie Plätzchen und Weihnachtsmärkte – der Adventskranz. An jedem vierten Sonntag wird nun eine weitere Kerze angezündet. Eine Tradition die ich besonders gerne mag. Meist handelt es sich um einen Kranz aus Tannengrün mit vier dicken Kerzen. Doch längst gibt es auch modernere Varianten, aus Holz, Metall, mit Sukkulenten oder Blumen – frisch oder getrocknet, um nur ein Paar zu nennen. Wer im Netz sucht, wird gerade zu mit Ideen erschlagen..

 

Die Wurzeln des Adventskranzes gehen nach Hamburg und zwar ins 19. Jahrhundert. Ein evangelischer Theologe hatte die zündende Idee und bestückte ein Wagenrad aus Holz mit 23 Kerzen – vier große weiße Kerzen und 19 kleine rote. Sie symbolisierten die Tage von 1. Advent bis zu Hl. Abend. Die vier weißen waren für die Sonntage und die roten für die Werktage. Der Überlieferung nach konnten so die Waisenkinder besser abschätzen wie lange sie bis Hl. Abend warten müssen. Ein schöner Gedanke, doch kaum jemand hat heute Platz für ein Wagenrad in seiner Wohnung. Heute gibt es den Adventskranz fast auf der ganzen Welt, in allen Formen und Farben.

 

Jedes Jahr stehen wir wieder vor der Qual der Wahl und für meinen Adventskranz am Esstisch habe ich lange im Keller gesucht. Vor vielen, vielen Jahren kaufte ich mir in einer großen Gärtnerei in Kufstein einen Kranz, der für damalige Dekorationen so ganz anderes war. Er hatte einen Durchmesser von 50 cm, aus Tannengrün und war mit kleinen, roten Gläser geschmückt, insgesamt 8 Stück (für jeden Sonntag 2 Gläser) – sonst nichts. Früher hatte ich einen länglichen Esstisch und der riesige Kranz konnte locker am Tischende stehen. Heute müsste ich den Kranz ständig abräumen und so habe ich mich für die kleine Variante entschieden und den Kranz mit Zapfen, Holzsterne, Eukalyptusbeeren und Ilex geschmückt. Einen großen Vorteil haben die Gläser, bei denen ein dicker Draht zum Einstecken in den Kranz angeklebt wurde und sie können mit Teelichtern bestückt werden.

 

Mein zweiter Kranz für die Anrichte im Esszimmer ist von der Nobilis Tanne, mit Eukalyptus und Koniferen. Geschmückt wurde der Kranz sehr reduziert mit Kugeln, gefärbten Zieräpfel und Holzsterne. Beide Kränze habe ich selbst gebunden und dafür werden benötigt. Ein Strohrömer, Zweige der Nordmann- oder Edeltanne, grünen Bindedraht, Garten- und Drahtschere. Bevor du mit dem Binden loslegst, schneide ich die Zweige auf eine passende Länge, die etwa 10 bis 15 cm ist und lege mir Bündel mit 4–5 Zweigen zurecht. Befestige zuerst den Blumendraht am Strohrömer und wickle ihn einmal um die Stelle. Nun werden die Bündel auf den Kranz gelegt und mit Draht befestigt. Gebunden wird dabei stets von innen nach außen. Das zweite Bündel wird jetzt wie bei einer Dachziegel überlappend aufgelegt und befestigt, sodass der Strohrömer nicht zu erkennen ist. Falls am Ende doch Lücken entstehen, können einzelne Zweige eingesteckt und mit Patenthafte befestigt werden. Damit vom Kranz keine Brandgefahr ausgeht, müssen die Kerzen richtig befestigt werden, damit sie nicht umkippen. Außerdem sollte man Kerzen niemals unbeaufsichtigt brennen lassen.

Die Kränze habe ich am Montag gebunden, draußen Sonnenschein und die Mittagstemperaturen lagen bei 14 Grad (Plus!) – sehr ungewöhnlich, doch im Zeichen des Klimawandels wird Schnee immer seltener, gerade in der Vorweihnachtszeit.

Wünsche euch einen schönen Sonntag und einen besinnlichen 1.Advent – lasst es euch gut gehen.